Plausch aus dem Autorenkästchen mit Dirk Morenweiser

Heute habe ich einen sehr lieben und interessanten Gast. Einen Mann, der im Leben rumgekommen ist, viel erlebt hat und eine sehr inspirierende Sichtweise auf die Dinge hat. Dirk Morenweiser wird uns hier etwas erzählen. Über Reisen, über Toleranz und über sein Werk.

Dirk und eine riesige Paella – ob er die wohl selbst gemacht hat?

Dirk ist ein Reisender, der viele fremde Kulturen gesehen hat. Er ist ein sehr freundlicher Mensch, mit dem ich, wie ich mittlerweile festgestellt habe, einige Gemeinsamkeiten habe und sei es nur sein Buchgeschmack: er liebt Bücher von Haruki Murakami und Paul Auster.
Dirk lebt seit 27 Jahren im Baskenland, ist verheiratet und sie haben, wie er sagt, ein „wundervolles Mädchen adoptiert“. Die Erfahrung der Adoption spiegelt sich auch in seinem Buch wieder. Das finde ich genauso sympathisch wie die Tatsache, dass Dirk mich kurzerhand zu sich ins Baskenland eingeladen hat, als er erfahren hat, dass ich gerne den Jakobsweg gehen möchte. Das ist gastfreundlichen Menschen eigen. Sie blühen auf, wenn das Haus voll ist.
Obwohl es Dirk war, der mich zu sich eingeladen hat, machen wir es heute anders herum. Heute nehme ich ihn zum Interview mit in meine Heimat, nach Polen.

Die Ostseeküste – Copyright: Pixabay

In der Morgendämmerung sind wir an der baltischen See. Einige Gestalten mit Taschenlampen, bekleidet mit wasserdichten Gummistiefeln und Latzhosen, waten im Meereswasser herum. Die Nacht war stürmisch und auch jetzt weht von Norden her eine kalte, kräftige Brise. Denn wenn die Ostsee ihre stürmischsten Tage hat und der Nebel am dichtesten über den Wäldern hängt, dann findet man das baltische Gold am wahrscheinlichsten. Noch dazu manchmal in rauhen Mengen.
Ehe ich mich versehe, ist Dirk schon in die Gummistiefel geschlüpft, die ich ihm mitgebracht habe, und kämpft sich tiefer ins Wasser. Dort hat er einen jungen Mann ausgemacht, den er auch gleich mal anspricht, ohne Rücksicht auf Sprachunterschiede. Ich gehe ihm hinterher.
Dirk ruft mir was entgegen. Ich glaube, er möchte wissen, ob der junge Mann aus Leidenschaft Bernstein fischt, oder ob er davon lebt. Also frage ich.
„Przepraszam, mój kolega pyta, czy poławianie bursztynu, to Pana pasja, czy Pan w taki sposób sobie dorabia?“
„Pani, to i to!“ Sowohl das eine als auch das andere also.
Von dem jungen Mann erfahren wir noch, dass Bernstein, der normalerweise auf dem Meeresgrund liegt, in stürmischen Zeiten vom Meer ausgespuckt und an Land gespült wird. Mit einwenig Glück kann man ihn in den ersten Sonnenstrahlen am Strand funkeln sehen. Wir sollen im Seetang suchen.
Das tun wir. Mit Käschern ausgestattet fischen wir nach Seetang, der hoffentlich Kostbarkeiten enthält. Dann wird der Seetang zerpflückt und nach Schätzen abgesucht. Auch am Strand halten wir die Augen offen nach angespültem Seetang, der mitunter Überraschungen versteckt. Da ruft auch schon Dirk, dass er was gefunden hat. Und tatsächlich, er hält ein etwa 2cm großes Stück in die Höhe und lächelt.
„Das ist doch eine schöne Erinnerung“, sage ich. „Jetzt kann es losgehen mit dem Interview.“

Fragen zu deiner (Autoren)person

Zuzazale: Hallo Dirk! Nach vielen Jahren des Schreibens hast du dich endlich entschieden, auch mal etwas zu veröffentlichen. Was hat den Ausschlag zu dieser Entscheidung gegeben?

Dirk: Hallo, als freier Journalist habe ich in den 1990er Jahren schon mehrere Artikel veröffentlicht. Allerdings ist die Veröffentlichung eines Buches etwas Anderes. Journalistische Arbeit ist vielleicht kurzlebig während ein Roman wächst.
Als ich “Vier Monde” nach einigen Jahren tatsächlich beendet hatte, gab es nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich lege das Manuskript in eine Schublade oder versuche es zu veröffentlichen. Mehrere Testleser haben mich ermutigt, es zu veröffentlichen


Zuzazale: Du lebst nach eigenen Angaben im Baskenland. Inspiriert dich diese Gegend zu deinen Geschichten?

Dirk: Ich denke, dass uns alle Menschen, mit denen wir gerne zusammen sind, inspirieren. Das Land und die Kultur prägen uns natürlich auch. Im Baskenland gibt es unterschiedlichste Landschaften, die Sprache ist die älteste Europas, selbst die Namen sind auβergewöhnlich. Auf den lokalen Festen habe ich Sachen gesehen und erlebt, die sich auch in meiner Geschichte widerspiegeln. Und auch der Alltag überrascht mich immer wieder. Das ist ein Teil von mir geworden und ein Teil dieses Teils inspiriert mich natürlich.


Zuzazale: Würdest du dich als “Reisender” beschreiben?

Dirk: Als Reisender fühlte ich mich zuerst, als ich ein Jahr allein durch Neuseeland gewandert bin. Ich wuchs in dieser Zeit irgendwie in das Land hinein, ich hatte das Gefühl, es fühlen zu können. Ich kann mich sehr gut an den Moment erinnern, als ich nach 10 Tagen zwischen Bergen und Urwald einem Menschen begegnet bin. Ich erschrak! Nur, weil ich einen Menschen sah!
Wenn man sich nicht mehr als Besucher fühlt, dann ist man Reisender. Reisen bedeutet für mich nicht Kilometer zurückzulegen. Seit Jahren verbringen wir unsere Urlaube in Portugal. Dort entdecken wir kleine Gebiete, kleine Ortschaften. Wir bewegen uns nicht so viel, das erleichtert uns, sich mehr als Reisender und weniger als Tourist zu fühlen. Kontakt zu Einheimischen suchen, zuhören, eintauchen in eine Gesellschaft, Sorgen teilen, gemeinsam lachen, essen und trinken, das unterscheidet einen Reisenden von einem flüchtigen Besucher
Reisen ist für mich wichtig. Auch in meiner Geschichte ist es ein zentrales Thema, allerdings begeben sich die Protagonisten auf eine Reise, die sie sich nicht ausgesucht haben.


Zuzazale: Bist du nun an einem Punkt, an dem du sagen kannst, dass du angekommen bist?
Dirk: Ich verdiene meinen Lebensunterhalt als DaF-Lehrer. Mir gefällt mein Job und ich suche keinen anderen. Auch im Baskenland werde ich weiterhin leben. Und meine Hobbys, Schreiben, Lesen und Fotografie  werde ich hoffentlich nicht aufgeben. Meine Familie ist mir sehr wichtig. Freundschaften pflege ich auch. Angekommen bedeutet aber nicht, dass nichts mehr passiert. Wir sollten alle versuchen, Beziehungen und die Umstände, in denen wir leben, zu verbessern, unsere Sensibilität gegen Ungerechtigkeit aufrechtzuerhalten… Ankommen ist ein gutes Gefühl, aber ich denke, wir sind mehr als nur Zuschauer. Komisch ist der Moment für mich, wenn ich nach einem Urlaub in Deutschland zu meiner Familie und Freunden sage, dass ich morgen nach Hause fahre. Und wenn mich Freunde im Baskenland mit dem gepackten Koffer sehen, antworte ich auch ihnen, dass ich nache Hause fahre. Ankommen heisst irgendwie auch loslassen. Ich glaube ich bin angekommen, ohne loszulassen.


Zuzazale: Wie tolerant bist du gegenüber anderen Völkern/Kulturen/Rassen?
Dirk: Ich bin selbst ausgewandert und habe eine neue Heimat gefunden. Zum Glück habe ich keine Intoleranz erleben müssen. Mir sind gute Menschen wichtig, die Herkunft spielt für mich keine Rolle.


Zuzazale: Zitiere deinen liebsten Satz aus einer Rezension zu einem deiner Werke.
Dirk: „Viel Spaß beim Lesen.“


Zuzazale: Wieso schreibst du in deinem ausgewählten Genre?
Dirk: Eigentlich habe ich kein festes Genre. Die Geschichte, die ich im Kopf hatte, ist eine Abenteuer-Fantasy-Geschichte. Z.Z. schreibe ich realistische, zweisprachige Kurzgeschichten, in denen ich auf Deutsch und Spanisch gleichzeitig schreibe. Mal sehen, wie dieses Experiment ausgeht.


Zuzazale: Was am Autorenleben findest du am schwierigsten? Was am spannendsten?
Dirk: Mir fällt es schwer, die Zeit zu finden, die ich gerne für das Schreiben hätte. Als Selfpublisher nervt es mich, Marketing machen zu müssen. Spannend finde ich, wenn man sieht, dass die Idee einer Geschichte wächst. Dass dir deine Sätze gefallen, das Gefühl zu haben, eine Stimmung, ein Grundgefühl treffend formuliert zu haben. Wenn das dann sogar einige LeserInnen bestätigen, dann ist das schon etwas Tolles. Ein besonderer Moment war für mich, den letzten Satz meiner Geschichte zu schreiben. Ich wusste von Anfang an, welcher der letzte Satz meines Fantasyabenteuers sein würde und als ich ihn dann tatsächlich schrieb, fiel ich in ein Loch. Da war jetzt etwas zu Ende, was mich lange begleitet hatte. Ein eigenartiges Gefühl.


Zuzazale: Mit was wäre die Welt ein besserer Ort?
Dirk: Mit mehr Respekt für Menschen und Umwelt und mit weniger Wachstumssucht wären wir bestimmt glücklicher. Wir sollten versuchen, eine neue Lebensqualität zu definieren. Gesundheit, Erziehung, Ausbildung, Ökologie, Gleichberechtigung wären mir da wichtig. Die Ausplüderung unseres Planeten führt uns an den Abgrund


Zuzazale: Mit was wäre die Welt ein schlechterer Ort?
Dirk: Ich hasse Krieg, das ist eine Bankrotterklärung der menschlichen Vernunft. Ich hasse Umweltkatastrophen, Jagd auf Wale, ich vermisse Vogelschwärme, das Summen der Bienen.
Zum Glück gibt es auch Zivilcourage. Die internationalen Schülerstreiks gegen den Klimawandel finde ich total gut


Zuzazale: Ohne was wäre die Welt ein besserer Ort?
Dirk: Ohne diese krankhafte Sucht, Besitz anhäufen zu wollen


Zuzazale: Ohne was wäre die Welt ein schlechterer Ort?
Dirk: Kein Lächeln, sich nicht berühren wollen, Desinteresse


Zuzazale: Spielt Glaube in deinem Leben eine Rolle? Fließt er in deine Werke ein?
Dirk: Was ist Glaube? Die Antworten in einem uns fremden Wesen zu suchen? Dann bin ich nicht gläubig. Aber ich möchte gerne an soziale Innovation, an eine neue Ethik glauben, daran, dass weniger auch mehr sein kann. 


Zuzazale: Bist du eher reinen Fakten zugeneigt, oder glaubst du, dass Dinge außerhalb des Greifbaren existieren?
Dirk: Gute Frage.
Fakten sind mir wichtig. Sie helfen mir, nachzudenken, helfen, jemanden zu überzeugen, helfen, Entscheidungen zu treffen. Nichts Greifbares ist wahrscheinlich für die in der “ersten Welt” lebenden Menschen bedeutungslos. Ich bin offen offen für Naturreligion, Schamanismus, mich interessieren Mythologien. Aber ein “Freak” bin ich auch nicht. Wichtig ist  für mich, mit aufrichtigen Menschen zusammen zu sein, mit Menschen, die ein Kriterium haben.


Zuzazale: Welche Bedeutung haben wir in Raum und Zeit?
Dirk: Im Prinzip sind wir wohl völlig unwichtig. Wir wurden in einen Raum, in eine Zeit hineingeboren, die wir uns nicht ausgesucht haben. Das bedeutet aber nicht, das wir deswegen keine Verantwortung übernehmen müssen.


Zuzazale: Existieren Parallelwelten?
Dirk: Ja, sonst gäbe es nicht so viele Interpretationen und Wahrnehmungen von ein und derselben Sache.


Zuzazale: An was (außer natürlich an den Weihnachtsmann) hast du als Kind geglaubt?
Dirk: An die groβe Liebe


Zuzazale: Wie stellst du dir deinen Lebensabend vor?
Dirk: Ganz wichtig ist für mich, nicht den Kontakt zu den mir wichtigen Menschen zu verlieren. Wenn ich auβerdem ein kleines Boot hätte, mit dem ich am frühen Abend raussegeln könnte, um nicht vergifteten Fisch zu angeln, den ich dann mit anderen teilen könnte, dann wäre ich schon sehr zufrieden. Ich würde auch früh aufstehen, um zu schreiben


Zuzazale: Hast du jemals einen Gedanken an deinen eigenen Tod verschwendet?
Dirk: Ja! Ich habe schon zwei Geschwister und meine Mutter verloren.
In Neuseeland fühlte ich mich einmal so verzweifelt, dass ich vor Angst um mein Leben Gott um Hilfe anschrie.


Zuzazale: Aus welchem Fehler deiner Eltern hast du am meisten gelernt?
Dirk: Sie versuchten, uns zu schnell erwachsen werden zu lassen


Zuzazale: Was ist das Wertvollste, das deine Eltern dir auf den Weg gegeben haben?
Dirk: Sie haben mir alle Freiheiten gegeben und mich überzeugt, dass es wichtig ist, Kriterien zu haben


Zuzazale: Nutzt du Notizbücher? Magst du uns Bilder davon zeigen? (Wenn ja, lade sie bitte in deiner Rückantwort an mich hoch)
Dirk: Notizen schreibe ich sogar auf der Rückseite eines Bustickets…


Zuzazale: Auf eine einsame Insel nimmst du mit:

  • Einen deiner Buchcharaktere. Wen und warum?
    Dirk: Aisza, das junge Mädchen aus meiner Geschichte, das, wie meine Tochter, eine neue Familie findet. Ein Charakter, der voll von Lebensfreude und Neugierde ist. Überleben ist garantiert.

  • Ein Buch. Welches und warum?
    Dirk: Am besten einen Ebookreader mit unzähligen Büchern

  • Jemanden aus deinem Leben. Wen und warum.
    Dirk: Schwierige Frage. Es gab so viele Menschen ohne die ich nicht der wäre, der jetzt auf diese Frage antwortet.

Zuzazale: Packe einen Koffer. Außer den Dingen, die du einpackst, musst du alles andere weggeben. Was packst du ein, und warum?
Dirk: Fotoalben und einen Laptop mit Internetanschluss


Zuzazale: Welcher Buchcharakter wärst du gern und warum?
Dirk: Moby Dick – ich setze dem menschlichen Wahn ein Ende und es gibt ein Happy End!


Zuzazale: Welcher Filmcharakter wärst du gern und warum?
Dirk: Mir hat der Klassiker “Der mit dem Wolf tanzt” gefallen. Irgendwie habe ich mich da auch gesehen.


Zuzazale: Hast du neben dem Schreiben besondere Talente?
Dirk: Ich glaube, ich kann gut zuhören.


Zuzazale: Mit welchem deiner Buchcharaktere hast du am meisten gemeinsam?
Dirk: In jedem steckt ein Teil von mir.


Zuzazale: Hörst du Musik? Wenn ja, fließt sie in irgendeiner Art in deine Werke?
Dirk: Ich höre gerne Musik, aber die Szene bestimmt die Musik in meiner Geschichte, nicht mein Geschmack.


Zuzazale: Welche Inspirationsquellen im Alltag nutzt du?
Dirk: Das kommt oft ganz spontan. Selbst ein Moment im Bus kann einen Absatz in einer Geschichte bestimmen. 


Zuzazale: Kunst und Kultur. Wie wichtig sind dir diese Dinge in deinem alltäglichen Leben und welche Bedeutung haben sie für dich als Autor?
Dirk: Sie sind mir sehr wichtig, leider fehlt mir oft die Sachkenntnis, es “besser” beurteilen zu können. Ich bin aber offen für KünstlerInnen und deren Werke. Auch sie können natürlich inspirierend sein.


Zuzazale: Welche Bedeutung hat für dich Spiritualität?
Dirk: Spiritualität ist eine andere Form sich im Leben besser orientieren zu können. Ich selbst bin weniger spirituell, aber respektiere die Menschen, die darin neue Wege zu finden hoffen. 


Fragen zu deinem Werk

Vier Monde – Fantasy Roman von Dirk Morenweiser

Zuzazale: In einem Satz: worum geht es in deinem Werk?
Dirk: Uff! Um eine ungewollte Reise, die die Protagonisten an ihre Grenzen führt.


Zuzazale: Zwischen welche Bücher deines Bücherregals würdest du es einordnen?
Dirk: Mein Buch steht in meinem Regal ganz oben links.


Zuzazale: Zwischen welche Alben/Interpreten deiner Musiksammlung würdest du es einordnen?
Dirk: Mein Musikgeschmack wurde in den 80er und 90er Jahren geprägt. Joy Division, Lou Reed, David Bowie, The Fall….


Zuzazale: Gibt es ein bestimmtes Thema oder Motiv, das dir wichtig ist, und inwieweit fließt es in dein Werk ein?
Dirk: Einsamkeit, Verzweiflung, Mut, Gerechtigkeitssinn, Gut gegen Böse – das finde ich wichtig 


Zuzazale: Wen aus deinem Universum sollten wir sonst unbedingt kennenlernen?
Dirk: Ich hoffe, dass alle meine Menschen in meiner Geschichte etwas Besonderes haben. Es ist eine interkulturelle Reise, es gibt sehr verschiedene Sichtweisen. Ich habe versucht, dass alle Beteiligten uns emotional aufwühlen, etwas in uns bewegen. Die LeserInnen müssen entscheiden, ob es mir gelungen ist.


Zuzazale: An welche Orte deiner Welt sollten wir unbedingt reisen?
Dirk: Mir gefällt die Heimat von Dhima, hier beschreibe ich ein bisschen das Baskenland. Die Inselwelt von Nai Aahra habe ich auch liebgewonnen. Hier möchte ich als Rentner leben. Die märchenhafte Wüstenstadt Deija mag ich auch und natürlich das matriarchal organisierte Volk im Regenwald ist mir während des Schreibens ans Herz gewachsen


Zuzazale: An welche so rein gar nicht?
Dirk: Iluntasuna, das Reich der Dunkelheit, dort herrscht Schrecken und Vernichtung


Zuzazale: Mit welchem gemeinsamen Problem kämpfen deine Romanfiguren?

Dirk: Sie sind nicht vorbereitet auf ihre Aufgabe, erleben stetig Grenzerfahrungen


Zuzazale: Möchtest du die Entstehungsgeschichte deines Covers mit uns teilen? Gerne auch in Bildern!
Dirk: Ich habe eine Freundin gefragt, ob sie mir beim Cover helfen könnte. Sie ist Designerin und hat es gerne getan. Ich wollte vier Monde und ein Mädchen, das einen Baum hat, in dem sie gerne mit sich allein ist. Diese Elemente sind auf dem Cover zu sehen.


Zuzazale: Auch die Entstehungsgeschichte deines Werkes interessiert uns brennend. Erzähl mal!
Dirk: Die Idee zu meiner Geschichte ist schon ziemlich alt, sie ist fast von allein gewachsen. Da ich immer gerne geschrieben habe, sind auch die Seiten voller geworden. Ich habe aber leider sehr unregelmäβig geschrieben. Manchmal dreiβig Seiten am Stück und dann Monate nichts. Ich fragte mich sehr oft: “Was soll das Ganze? Warum? Wofür? Für Wen?” Und dann las ich meinen Entwurf Monate später erneut, er gefiel mir weiterhin, ich schrieb dann weiter, gab es kritischen, aufrichtigen Testlesern, die mehr wollten, das Ende lesen wollten und schlieβlich ist es dann passiert.


Zuzazale: Gibt es etwas, das du uns zu deinem Werk besonders ans Herz legen möchtest? Falls du ungebunden an meine Fragen etwas loswerden möchtest, hier ist der Raum dafür.
Dirk: Die entstehenden menschlichen Beziehungen in der Endzeitstimmung finde ich aufregend. Und natürlich Aisza, dieses junge Mädchen, das mit ihrer Natürlichkeit der Bedrohung etwas entgegensetzt. Auch die Gedanken über Zeit, Glaube und Tod regen hoffentlich zum Nachdenken an


Nun sind wir leider auch schon am Ende des Interviews angelangt. Viel Spaß noch mit den folgenden Auszügen!

Das ist der Klappentext:
„Nouró, der Herrscher über Iluntasuna, hat die vier Schwerter, die Waffen der mächtigsten Götter der Vorzeit, vereinen können. Die Wut, der Zorn, mit dem sie sich bekämpft hatten, wohnen diesen Waffen inne. Diese dunkelsten Kräfte hat Nouró sich zu eigen gemacht und damit vier Monde freigesetzt, die sich vor die Sonne schieben werden und bis an das Ende der Zeit dort verbleiben. Haben sie die Sonne verdunkelt, sind wir im Inneren kalt. Macht, Unterdrückung und Gier werden herrschen. Alles Herrliche wandelt sich in Leere. Wärme, Liebe und Freude wird es nicht einmal mehr in der Erinnerung geben. Sinn wird zu Unsinn. Du hast es in deinen Händen, nur du kannst es verhindern.“
„Ich bin dieser Anforderung nicht gewachsen! Ich habe keine waghalsigen Pläne, keine kühnen Ideen, ich will die Welt weder erobern noch retten! Ich weiß nicht einmal, was sie ist!
Ich will nur irgendein Mensch sein, ohne besondere Bedeutung!“

Textschnipsel:
“Kannst du dir vorstellen, was es bedeutet, wenn du ohne Ziel, allein, einen Tag verbringst, der länger als der vergangene ist? Nicht zu wissen, warum du unterwegs bist? Wenn Kummer und Verzweiflung deine ewigen Begleiter sind? Ach, ich weiβ nicht, warum ich dich das frage. Du kannst es dir nicht vorstellen. Weiβt du, was uns zusammengeführt hat? Nichts. Nur unsere Wege haben sich gekreuzt. Wir beide haben unsere Heimat verlassen und doch aus den unterschiedlichsten Gründen. Während du Sachen entdecken wolltest, dachte ich nur daran, was ich hinter mir gelassen habe. Du hast dir nie vorstellen müssen, was es bedeutet, sich leer zu fühlen und diese Leere mit etwas füllen zu wollen, was nicht zu greifen ist. Wie sehr das weh tut. Die Einsamkeit, die ich empfand, als ich ziellos auf meinem Pferd unbekannte Landstriche durchquerte, ist nicht mit dem gewollten Alleinsein in meinem Baum zu vergleichen. Einsam, verunsichert, verwirrt zu sein, du weiβt nicht, was das ist. Ich lieβ mich treiben wie ein Stück Holz auf den Wellen meiner Heimat, ohne Willen. Ich versuchte nicht einmal zu denken. Denn selbst die einfachsten Gedanken taten mir weh. Auch an windstillen, warmen Tagen konnte ich mich nicht erfreuen. Der Gesang der Vögel, das Rauschen flieβender Gewässer, das milde Licht der Wälder, nichts hatte für mich irgendeine Bedeutung. Und als mir auch das bewusst wurde, war es mir gleichgültig. Die Hoffnungslosigkeit, die Sinnlosigkeit meines Lebens seit der Verbannung wurde ein Teil von mir! Und plötzlich trafen wir aufeinander.”
Dhima presste unsicher seine Lippen zusammen.
“Dhima, der Unterschied wird sein, dass du nach vorne schauen wolltest, die Welt lag offen vor dir. Ich ging fort, weil sie sich mir verschlossen hatte. Wenn ich genug zu Essen hatte, aβ ich des Essens wegen, aber einen Geschmack fühlte ich nicht. Ich verbrachte Tage sitzend damit, Grashalme zu rupfen und Steinchen wegzuwerfen. Nach unserer Trennung wollte ich dich vergessen, aber nicht einmal das gelang mir. Meine Gefühle zu dir sollten vergehen wie unbedeutende Erinnerungen, aber es passierte einfach nicht. Ich soll die Welt retten? Ich weiβ nicht einmal, was sie ist. In Ðeijả sind Menschen gestorben, die uns mit offenen Armen empfangen haben. Und du redest von Zeit. Lass mich in Ruhe!”

Zusammenfassung:
„Vier Monde“ ist eine Geschichte über zwei junge Menschen, die sich unerwartet kennen lernen und sich gezwungen sehen, gegen eine sich über alles legende, bedrohliche Macht zu kämpfen. Auf ihrem Weg nach Iluntasuna, dem Reich der Dunkelheit, müssen sie nicht nur gegen Feinde bestehen, sondern sie stehen sich in ihrer Unerfahrenheit auch selbst im Weg.
Es ist eine Geschichte über die Ausweglosigkeit, über die eigenen Zweifel, über Grenzerfahrungen, über Verzweiflung und Hoffnung, über Macht, Menschlichkeit und Liebe.


https://www.instagram.com/dirkmorenweiser/
https://www.facebook.com/dirk.morenweiser


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