Plausch aus dem Autorenkästchen mit Claus M. Schwarz


Heute habe ich jemanden zu Gast, auf den ich mich seit langem freue:
Claus M. Schwarz wird mit mir über sein Werk, die Retromorphia-Reihe plaudern, und über vieles mehr!

Ein höchst sympathischer und interessanter Phantastik-Autor: Claus M. Schwarz

Seit ich das Cover zu Retromorphia gesehen habe, war mir bewusst, dass sich dahinter ein Werk versteckt, dass ich lesen muss. Gerade bin ich im ersten Drittel vom ersten Band, und dieses Interview hat mich nur noch neugieriger gemacht. 
Damit ihr auch noch neugieriger werdet, hat Claus euch sein Werk in Emojis dargestellt. Interpretationsversuche gerne als Kommentare unter dieses Interview!

Retromorphia in Emojis

Natürlich muss ich auch Claus irgendwohin entführen, schließlich kann ich ihm nicht das ersparen, was alle anderen Gäste vor ihm durchmachen mussten.
Am Meer war ich zwar schon mit einem anderen Autor, aber das war die Ostsee. Den Claus, den schnappe ich mir ganz woanders hin! Oh, da kommt er ja! Ich grinse ihm von weitem entgegen. Der hat ja keine Ahnung!
Und da schaut er auch gleich mal recht verwirrt. Denn dies ist das Meer, wie man es kennt – und dann auch wieder nicht. Ich informiere ihn darüber, dass ich ihn in eine von meinen Welten entführt habe und wir gleich Zeuge des Barbarenfestes werden. Oh, er guckt ganz erschrocken. Nicht doch, das ist nichts Schlimmes!
“Ich erzähl dir was über Heringe”, sage ich und grinse, als wir in der Dämmerung einem großen Ansammlung von Lagerfeuern entgegengehen, die an der Küste entzündet wurden. Es riecht nach Brathering.
“Das Upmoor ist ein rauhes Gebiet, war es schon immer gewesen. Die Menschen sind vieles gewöhnt, von Hunger über Unwetter bis hin zu kargen, dunklen Wintermonaten, die ein halbes Jahr dauern können. Wintermonate, die leichter überstanden werden können, wenn im Sommer der Fang nicht ausbleibt. Die Upmooraner glauben an den unnachgiebigen, aber gerechten Gott des Meeres, Bogo, und an seine aufbrausende Frau Undyna, mit ihrem Gefolge aus Nixen und Wassermännern. Bogo selbst hat einen Wasserschlitten, aus Korallen gemacht, mit Muscheln geschmückt, der von drei großen Heringen gezogen wird”, erzähle ich und unterbreche mich, denn Claus hat sich eins der Lagerfeuer ausgesucht und lässt sich in den erwärmten und erleuchteten Sand fallen. Ich lasse mich neben ihn plumpsen.
Ein älterer Mann reicht ihm einen Lederbeutel mit einem Getränk. Claus trinkt … und fängt prompt an, heftig zu husten. Ach ja, ich hätte ihn vielleicht warnen sollen. Der Kartoffelschnaps im Upmoor kann durchaus stärker ausfallen. Der alte Mann bedenkt Claus mit einem zahnlosen Grinsen und nimmt den Beutel wieder entgegen, nachdem ich dankend ablehne.
“Und wie war das nun mit dem Hering?”, fragt Claus.
Ach ja, der Hering.
“Der Hering ist das Wappentier des Upmoors, ein verehrtes und heiliges Tier, das es bei Todesstrafe zu fischen und zu verzehren verboten ist”, schaltet sich auf einmal Elvegust ein. Wo kommt die denn her? Elvegust war schon immer ein wunderliches Mädchen gewesen und nun war sie eine hübsch anzusehende aber wunderliche junge Frau. Man munkelte im Ort, das käme davon, dass ihre Eltern bei ihrer Geburt schon viel zu alt gewesen waren. Jedenfalls, Elvegust verbringt ihre Tage damit, die Burschen im Dorf ziemlich linkisch zu bezirzen, die noch zu haben sind. Oje, ich glaube, sie hat ein Auge auf Claus geworfen. Sie lässt sich neben ihm nieder, ein bisschen zu nah, und erzählt mit tiefer, geheimnisvoller Stimme weiter. Das hat sie aber zugegebenermaßen gut drauf. 
“Jeden Tag bei Sonnenaufgang treffen sich die Upmooraner an der Küste und beten zu den drei großen Heringen, auf dass sie Bogo und Undyna besänftigen, und ihnen einen guten Fang ermöglichen mögen. Es geschah jedoch im Jahre 240 nach Schöpfung, dass Barbaren aus dem Nachbarland Mahman dem Upmoor den Krieg erklärten. Die Mahmanen waren ein Volk von Seeräubern, die an nichts glaubten und nichts zu verlieren hatten. Sie überquerten die bavische See auf aus Altholz gebauten Schiffen, schwarzen, furchteinflößenden Gebilden, die stur jedem Unwetter trotzten. Bald schon tauchten sie in der Küstengegend auf und die upmoorer Männer waren die ersten, die sich ihnen entgegenstellen mussten.” Nun unterbricht sich Elvegust, um Claus mit ihren langen Wimpern anzuklimpern. Claus grinst ein bisschen, rückt aber unauffällig von ihr ab. Ich wiederum mache ihm unbemerkt Platz nach links, indem auch ich immer wieder ein Stückchen weiter rücke. Doch Elvegust rutscht ihrerseits hartnäckig nach. Bald werden wir das Lagerfeuer umrundet haben. 
“Jeden Morgen versammelten sich die Upmooraner an der Küste, um zu beten und den Barbarensturm zu erwarten”, fährt Elvegust unbeirrt fort. “Eines Morgens hatte die Seherin Altiana im Rabenflug eine Vision: sie riet den Männern, einen Schlachtplan zu schmieden und den Barbaren entgegenzukommen anstatt auf den Angriff zu warten. Sie sah voraus, dass die Fischer einen Fang von 100 Heringen machen würden, die im Feuer gereinigt und dann verzehrt werden müssten, bevor die Männer den Barbaren entgegensegeln konnten. Sie sicherte den Sieg im Krieg zu, warnte jedoch vor Bogos Zorn über den Fang von 100 Heringen. Sie sah, dass die Frauen und Kinder 100 Tage Hunger und Unwetter erleiden müssten, nach diesen 100 Tagen jedoch kämen ihre Männer mit dem Sieg von der See.
Und so geschah es. Seit da gibt es einmal im Jahr das Barbarenfest, in dem 100 Heringe gebraten und gemeinschaftlich verzehrt werden.”
Ich nehme einen von den Stöcken, die aus dem Feuer ragen und reiche ihn Claus. Darauf ist ein Hering aufgespießt. 
“Jetzt kennst du einen Teil meiner Welt. Nun erzähl uns was von dir und deiner Welt”, fordere ich ihn auf.

Natürlich lässt sich Claus nicht zweimal bitten! Es folgt der Plausch mit Claus M. Schwarz!


Zuzazale: Lieber Claus, ich habe dich bei PAN (Phantastik-Autoren-Netzwerk e.V.) entdeckt. Wieso findest du es gerade in Deutschland so wichtig, dass sich die “(Phantastik-)Autoren verbinden, um mit einer starken Stimme zu sprechen”? 
Claus:  Im Vergleich zum englischsprachigen Ausland hat die Phantastik in Deutschland noch immer diesen nerdigen und nischigen Beigeschmack. Das liegt sicher auch zu einem nicht geringen Anteil an den großen Publikumsverlagen, die einschlägige Sparten bedienen, weil sie aus kommerzieller Sicht interessant sind. Wirklich „Phantastisches“ bleibt da oft im Verborgenen. Nicht zuletzt deshalb gibt es inzwischen so viele verdammt gute Selfpublisher. Und wenn sich diese zusammenschließen, kann Großes dabei entstehen.


Zuzazale: Kannst du anderen Autoren die Mitgliedschaft bei PAN empfehlen?
Claus:  Ich bin erst seit Kurzem bei PAN. Was ich aber sagen kann: Es ist ein extrem netter Haufen. Gerade der Austausch zwischen erfahrenen Bestseller-Autoren und Newcomern, zwischen Verlags-Autoren und Selfpublishern ist unheimlich interessant und horizonterweiternd. Dazu kommen noch die Zusammenkünfte und gemeinsame Stände auf Buchmessen. Zu letzterem hat es mir dieses Jahr leider nicht gereicht. Wird aber auf jeden Fall nachgeholt. Lange Rede, klare Ansage: Ja, ich kann die Mitgliedschaft bei PAN empfehlen! 


Zuzazale: Was bedeutet für dich Phantastik?
Claus:  Wenn wir schon gerade beim Phantastik-Autoren-Netzwerk sind: Hier verweise ich gerne auf meinen Autorensteckbrief bei PAN. Und füge hinzu: Phantastik ist für mich dieses räudige Biest, das wir zu zähmen versuchen und die kuriose Schönheit, für deren unergründliche Faszination wir ein Leben lang Worte suchen.


Zuzazale: Du bist Gründer, Sänger und Gitarrist der Band A True Romance. Hast du gewisse musikalische Einflüsse schon in die Wiege gelegt bekommen oder bist du der einzige Musiker in deiner Familie?
Claus:  Ich komme nicht aus einer Musikerfamilie, bin aber durch meine beiden älteren Brüder musikalisch sozialisiert worden und sehr dankbar dafür. Musik ist unheimlich wichtig für mich. Sie ist ein Freund in schlechten Zeiten und in guten baut sie dir ganze Welten in deinem Kopf. Ich wurde süchtig danach und schnell war klar, dass ich sie auch selbst erschaffen wollte. Ich hatte Gitarren- und Gesangsunterricht und gründete meine erste Band mit 13 Jahren. Inzwischen singe ich in zwei Bands. Musik ist Magie. Du kannst sie nicht sehen, du kannst sie nicht greifen. Aber du kannst sie erzeugen und sie durchdringt alles. Ihre Sprache ist universell und verbindet Menschen aus allen Teilen der Welt.


Zuzazale: Was haben Phantastik und Musik gemeinsam?
Claus:  Sie sind grandiose Spielwiesen und Rückzugsorte in einem.


Zuzazale: Wie wurden deine Cover erstellt und woher kam überhaupt die Idee zu dieser ungewöhnlichen Machart?
Claus:  Lange habe ich gegrübelt, wie das Cover von Retromorphia aussehen sollte. Klar war, dass es sich abheben musste von den gängigen Fantasy-Covern mit Fotomontagen von Kämpfern, Schwertern oder leicht bekleideten Amazonen. Mir sagen eher schlichte Cover zu, wie sie Literaturklassiker oft haben. Und dann sah ich eines Tages ein Buchcover, das in einer Art Holzschnitt-Optik daherkam und sofort wusste ich: Das ist es! Ich fand das unheimlich stilvoll und schön. Und so entschied ich mich, für die Cover eigens Bilder in Linoldruck-Technik zu fertigen.


Zuzazale: Du hast die Idee zur Welt von Retromorphia zu Anfang der Nuller-Jahre entwickelt, nicht wahr? Woher kam der Impuls zu dieser sehr ungewöhnlichen Welt, die sich laut der (sehr guten) Rezension der “Phantastischen Fluchten” auch nicht eindeutig einem Genre zuordnen lässt?
Claus:  Oh, das ist eine sehr lange Geschichte. Ich versuche mich mal an der Kurzform: Die Welt wurde zusammen von meinem guten Freund André Oliver Grimm und meiner Wenigkeit entwickelt. Wir beide spielten einige Jahre exzessiv DSA und auch andere Rollenspiele und waren auch sonst totale Fantasy-Freaks. Aber unser Entdeckerdrang und das Bedürfnis, kreativ zu sein wurden bald so groß, dass wir neue Welten erkunden wollten. Kurzerhand beschlossen wir, unser eigenes phantastisches Universum zu erschaffen. Wir wollten keine typische Fantasy-Welt, aber auch keine Science-Fiction, befassten uns ein wenig mit Steampunk und auch mit Geschichte. Allmählich formte sich eine Welt voller Mysterien, mit weiten Landschaften und Ländern voller Gegensätze, bizarren Kreaturen, neuer Errungenschaften und verschiedenen Völkern. Vor allem aber mit ungeheurem Konfliktpotenzial und unzähligen Elementen, die auf ihre Entdeckung und Erforschung warteten. Parallel entwickelten wir ein Regelwerk mit Charakterklassen und einem coolen Kampfsystem. Wir spielten ein paar vielversprechende Testrunden mit Freunden, die echt Laune machten. Letztlich ist die RPG-Sache dann aber doch wieder etwas eingeschlafen, da wir uns damals primär unserer Lebensplanung, sprich Beruf, Studium etc. widmeten. Einvernehmlich trafen wir schließlich die Entscheidung, das Potenzial dieser großen Welt auf andere Weise zu nutzen und sie mittels Büchern auf- und weiterleben zu lassen. Jedenfalls liegt das Regelwerk fix und fertig vor. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass es irgendwann vielleicht doch noch das Retromorphia-RPG geben wird. Okay, jetzt ist es doch die Langversion geworden. Sorry.


Zuzazale: Wenn du ein Genre für dein Werk kreieren müsstest, wie würdest du es nennen?
Claus:  „Retromorph“ 


Zuzazale: Gibt es ein neuzeitliches Problem, das in Retromorphia sinnbildlich oder direkt behandelt wird?
Claus:  Die Welt von Retromorphia hat viele Parallelen zu der unseren in der Zeit zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert und damit auch ähnliche Problematiken. Dazu kommen aber eben noch die unheimlichen und magischen Kräfte, die ihren Einfluss auf Gesellschaft, Politik und Umwelt ausüben. Wer das Werk liest, wird sicher auf viele neuzeitliche Konflikte stoßen, die direkt oder sinnbildlich auftauchen.


Zuzazale: Zitiere deinen liebsten Satz aus einer Rezension zu einem deiner Werke.
Claus:  „Wer einmal über den Tellerrand schauen mag und von den Mainstream Geschichten genervt ist, der findet hier ein Kleinod, das sich zu lesen lohnt.“ (Rezension zu Band 2 auf dem Blog „Phantastische Fluchten“)


Zuzazale: Wieso schreibst du in deinem ausgewählten Genre?
Claus:  Egal, was ich anfasse, phantastisch wird es immer irgendwie. Allerdings habe ich mich nicht auf High Fantasy festgelegt. Genauso gerne widme ich mich beispielsweise dem magischen Realismus. Neben Retromorphia habe ich bislang ein Kinderbuch geschrieben und einen surrealen Heimatkrimi. Beide werde ich demnächst Verlagen vorstellen. Aber im Moment liegt die Priorität natürlich ganz klar bei „Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht“.


Zuzazale: Bist du abergläubisch?
Claus:  Ist das jetzt etwa die dreizehnte Frage? Moment, ich antworte Dir, sobald ich diese schwarze Katze vor meinem Fenster weggescheucht habe.


Zuzazale: Glaubst du an Übernatürliches / Paranormales?
Claus:  Glauben? Es ist eher ein stilles Hoffen. Bisher bin ich noch nicht auf etwas gestoßen, das mich wirklich überzeugen konnte, daran zu glauben.


Zuzazale: Existieren Parallelwelten?
Claus:  Diesen Gedanken finde ich unheimlich reizvoll. Ja, Parallelwelten halte ich für möglich.


Zuzazale: An was, außer an den Weihnachtsmann, hast du als Kind fest geglaubt?
Claus:  Dass Würstchen auf Bäumen wachsen und dass es den Tod nicht gibt.


Zuzazale: Hast du jemals einen Gedanken an deinen eigenen Tod verschwendet?
Claus:  Ganz ehrlich? Ich denke eigentlich täglich mindestens einmal daran. Dabei kann man mich aber sicher nicht als morbide bezeichnen. Im Gegenteil: Mit dem Bewusstsein, wie vergänglich man ist und auch die Welt um einen herum, kann man das Leben viel intensiver genießen und sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren. Und das kann unheimlich glücklich machen.


Zuzazale: Nutzt du Notizbücher? Magst du uns Bilder davon zeigen?
Claus:  Ich nutze leider viel zu selten Notizbücher, obwohl ich welche besitze. Vielmehr kritzele ich ständig auf alle möglichen und unmöglichen Fetzen meine Ideen. Oft umgibt mich ein wilder Blätterwald, in dem ein Fremder sich wahrscheinlich hoffnungslos verlaufen würde. Ich weiß nicht, ob man wirklich Bilder davon sehen möchte…


Zuzazale: Wie fließt Musik, Kunst und Kultur, wenn überhaupt, in deine Werke?
Claus:  Oh, das ist ein grandioses großes Ganzes! All das ist Identität, Leben und Freiheit. Bei mir vermischt sich das ständig. Ich mag viele Formen von Kreativität und diese beflügeln sich immer gegenseitig. Das passiert meist unbewusst. Es fließt einfach. Deshalb kann ich mich auch nicht auf ein einziges Medium festlegen. Wenn ich schreibe, stelle ich mir oft die Musik dazu vor und wenn ich musiziere, habe ich Bilder dazu im Kopf.


Zuzazale: Welche Inspirationsquellen aus dem Alltag nutzt du?
Claus:  Alle möglichen. Ich beobachte die Menschen und ihre Eigenheiten, die mir begegnen, ich sauge Fetzen aus dem aktuellen Zeitgeschehen auf, sprich Zeitung, Radio, Internet. Fernsehen schaue ich nur ganz selten. Die meisten Inspirationen bekomme ich aber in Gesprächen mit meiner Freundin, bei schönen Spaziergängen oder unter der Dusche. 


Zuzazale: Welche Geschichte / welcher Charakter verfolgt dich schon seit Jahren? Hast du die Geschichte / seine Geschichte jemals aufgeschrieben?
Claus:  Nun ja, Taimen hat mich sehr lange verfolgt. Seine Geschichte habe ich mit „Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht“ nun aufgeschrieben. Es gibt viele andere Charaktere, mit denen ich mich gerade auseinandersetze. Ich schreibe immer an mehreren sehr unterschiedlichen Geschichten, die mich auch unterschiedlich lange verfolgen. Momentan verfolgt mich Herr Bintsch aus der Pfauengasse.


Fragen zu deinem Werk

Zuzazale: Worum geht es in deinem Werk?
Claus:  In „Pforte zur gläsernen Nacht“ reist ein junger Mann ohne Erinnerung durch eine betörende und verstörende Welt, um seine Vergangenheit zu ergründen, damit er für sich eine Zukunft gestalten kann.


Zuzazale: Zwischen welche Bücher deines Bücherregals würdest du es einordnen?
Claus:  Kafka und Tolkien


Zuzazale: Zwischen welche Alben/Interpreten deiner Musiksammlung würdest du es einordnen?
Claus:  Dream Theater und Talk Talk


Zuzazale: Gibt es ein bestimmtes Thema oder Motiv, das dir wichtig ist, und inwieweit fließt es in dein Werk ein?
Claus:  Ein maßgebliches Thema ist die Frage, inwieweit unser Dasein mit der uns umgebenden Welt in Harmonie gelangen oder in Konflikt geraten kann.


Zuzazale: Plaudere doch mal ein bisschen über die Welt, in welcher dein Werk angesiedelt ist! 
Claus:  Im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-Settings orientiere ich mich nicht so sehr am Mittelalter, sondern mehr an der Neuzeit, der Aufklärung und der Industrialisierung. Gerade im Zusammenspiel mit phantastischen Elementen wie Magie oder Dämonen entsteht für mich hier ein unheimlich reizvolles und aufregendes Spannungsfeld.


Zuzazale: Hast du ein Bild von deiner Hauptfigur, oder von anderen Charakteren deines Buches, oder möchtest du deine Romanfiguren nicht visualisieren? Her damit, wenn du möchtest.
Claus:  Ich habe für mich selbst Skizzen angefertigt, möchte sie aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht veröffentlichen, da ich es nicht gut finde, wenn dem Leser ein fertiges Bild hingeschmissen wird. Der eigentliche Reiz und das Tolle an geschriebenen Werken ist doch, dass jeder Leser für sich ein Bild aus den Worten erschafft!


Zuzazale: Wen sollten wir sonst unbedingt kennenlernen?
Claus:  Oh, da gibt es so viele! Die Nostalgiter, Herr Kavarasi und die Mentalogen, Baros Hauspersonal, die netten Damen und Herren aus Sessis Bordell, Bruck und seine Miliz oder Bendix, der Wettermann…


Zuzazale: An welche Orte deiner Welt sollten wir unbedingt reisen?
Claus:  Uthathwen (Mentalogen-Hochburg, Zentrum magischer Forschung im Norden der Grenzlande), Kalantis (Königs- und  Kaiserstadt mit pittoresken Grachten und Gassen), San Mallanes (moderne Stadt in den Weilichter Marken), Annara (magischer Ort im Westen der WM), Tarlondor (Universitätsstadt im Süden der WM), Sonnenfelder (heiliger Ort inmitten der WM mit beeindruckendem Naturschauspiel), Hochland von Gargos (wunderschönes unberührtes Land der Zenturis mit prächtigen Gariboherden), Buttmanshart (Klippenstadt und Reich der Seefahrer), Efos (am Ozean gelegener unabhängiger Stadtstaat inmitten des reformatorischen Reichs), Canovische Inseln (neue Kolonien des Reformatoriums)


Zuzazale: An welche so rein gar nicht?
Claus:  Dafür reicht der Platz nicht aus. Aber hier mal ein paar Beispiele (für suizidale Reisende in aufsteigender Folge): Grenzlande, Hügelsteppenraache, Wodok-Wiesen, Viele-Pfade-Wald, Immer-Nacht-Gebirge, Esmarjok, Naszgobia, Myramium, Ödlande, Schimmersteppe


Zuzazale: Möchtest du die Entstehungsgeschichte deines Covers mit uns teilen? Gerne auch in Bildern!
Claus: Sehr gern. Wie bereits erwähnt, suchte ich für mein Werk etwas Besonderes, das sich vom Gewohnten abhebt und kam schließlich zum Linoldruck.


Zuzazale: Auch die Entstehungsgeschichte deines Werkes interessiert uns brennend. Erzähl mal!
Claus:  Die ersten Ideen geisterten schon vor gut zehn Jahren durch meinen Kopf. Ich wollte ein Werk erschaffen, das ganz meinen Vorstellungen von Phantastik entsprach. Typische Fantasy mit all den Stereotypen und dem Pathos hatte mich ein wenig ermüdet. Ich entdeckte für mich die Phantastik im Sinne der Romantik, mit dieser eigenartigen, düsteren und gleichzeitig verlockenden Atmosphäre. Beide Richtungen zusammenzubringen war ein reizvoller Gedanke und eine spannende Herausforderung. Tolkien springt mit Hoffmann ins Bett – warum denn nicht? 


Zuzazale: Gibt es etwas, das du uns zu deinem Werk besonders ans Herz legen möchtest? Falls du ungebunden an meine Fragen etwas loswerden möchtest, hier ist der Raum dafür
Claus:  Ich bin einfach glücklich darüber, was hier entstanden ist! Von den ersten Ideen, über zwei Jahre intensiven Schreibens, bis hin zur Veröffentlichung. Das Werk hat mich auf die Buchmesse nach Leipzig gebracht, viele tolle Erfahrungen und Kontakte sind damit schon zustande gekommen. Und es ist ja alles noch ganz frisch. Daher bin ich unheimlich gespannt, wohin mich meine weiteren (schriftstellerischen) Wege führen werden. An dieser Stelle möchte ich einfach mal all denen danken, die mich bisher unterstützt und an mich geglaubt haben. Der Dank gilt auch Dir, liebe Zuza!


Was sonst noch ansteht

Textproben

Die Kälte des Tunnels nahm er überhaupt nicht mehr wahr. Taimen stellte sich den weiten Weg zurück vor und eine endlose Dunkelheit, die vor ihm lag, bereit, ihn für immer zu verschlingen. Am wenigsten beunruhigten ihn jetzt die Stadtwachen. Ja, er wünschte sich regelrecht, sie würden ihn einholen und einkerkern, damit er nicht länger alleine durch diesen unsäglichen Geheimgang streifen musste.
(Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht, Band 1, 5. Die Flucht)


Am Allerliebsten hielt sich der junge Aristokrat in seinem Garten auf, wo in bunten Reigen Schmetterlinge flatterten und Efeuränke ihre Triebe in alle Richtungen streckten. Beides, so Moriess, seien überaus passende Metaphern für seinen Herrn: die Schmetterlinge für das freigeistige, lebensbejahende und durchaus attraktive Auftreten und der Efeu im Sinne des heiteren »nach–oben-Strebens«, der Robustheit und der legeren Anpassungsfähigkeit an all die unterschiedlichen Dinge, mit denen er so in Berührung kam. Was Triebe und Ränke betraf – hier vermied Moriess, sich in Gleichnissen auszudrücken.
(Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht, Band 1, Baros Entdeckung I)


»Der Macroc!« 
Einem Gespenst gleich entstieg er dem Fluss. Zwar schwankte er wie ein Betrunkener und war langsam in seiner Bewegung. Trotzdem war er hier, hatte sie wieder gefunden, wie ein Raubtier, das durch Instinkt Beute ausmacht und gnadenlos verfolgt. Immerhin hatte er keine große Waffe mehr bei sich: Aus einer Gürtelscheide zog er einen Dolch.
Taimen nahm einen dicken Ast und schlug ihn dem Macroc über den Helm. Der Ast krachte auseinander und der Ritter wich für einen Moment taumelnd zurück.         
Gisa sprang kreischend hinter Hernan, der einige Metavore weiter seinen Rückstoßlader lud.
(Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht, Band 1, 10. Stromabwärts auf dem Brühl)


Links

Buchseite: www.retromorphia.de

Autorensteckbrief  PAN: https://www.phantastik-autoren.net/steckbriefe/schwarz-claus-m

Autorenseite FB: https://www.facebook.com/Autor-C-M-Schwarz-1349890901886701/

Instagram: claus_m._schwarz

E-Mail: stormchamber@t-online.de 


Links zum Werk

Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht (Band 1): 

Zum Taschenbuch: https://www.amazon.de/gp/product/1791818501/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i1

Zum E-Book:

Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht (Band 2): 

Zum Taschenbuch:
https://www.amazon.de/gp/product/1795478659/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i7

Zum E-Book:

Retromorphia – Pforte zur gläsernen Nacht (Band 3): 

Zum Taschenbuch:
https://www.amazon.de/gp/product/B07S15VHPS/ref=dbs_a_def_rwt_bibl_vppi_i2

Zum E-Book:

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